Kirchen

Mühlstedt

Dorfkirche

Dorfkirche in Mühlstedt, Außenansicht.
Lageplan: Mühlstedt ist auf der Karte des Kirchenkreises Zerbst rot markiert.

Die Feldsteinkirche von Mühlstedt stammt im Kern aus der Zeit um 1280 und ist ein Bau der Spätromanik. 1282 schließen die Herren von Roßlau und das Nonnenkloster zu Zerbst einen Vertrag über den Verkauf des Dorfes Molenstede. Aus der Bauzeit stammt vermutlich auch die älteste der drei Glocken, eine Bronzeglocke aus dem 13. Jahrhundert.

Im 15. Jahrhundert erhielt die Kirche einen gotischen Sakramentsschrein mit Fialen, Kreuzblume und alter Holztür. Er ist in der nördlichen Chorwand hinter dem Altar erhalten. Anfang des 16. Jahrhunderts war der Pfarrer von Mühlstedt zugleich Burgkaplan von Roßlau. Spätestens im 17. Jahrhundert besaß die Kirche einen Turm: In dessen alte Zinkblechabdeckung waren Inschriften aus dem Jahr 1664 eingraviert.

Ihre heutige Gestalt verdankt die Kirche der umfassenden Erneuerung von 1892/93. An die Stelle des älteren Turmes trat ein neuer, im Westen vorgesetzter Turm mit einem weithin sichtbaren Helm, der bis heute das Dorfbild prägt. Den Eingang verlegte man in den Turm, die alten Rundbogenportale an der Nord- und Südseite des Schiffes wurden vermauert und sind nur noch in ihren Konturen zu erkennen. Der Chor wurde nach Osten verlängert und erhielt einen geraden Abschluss statt der in der Region sonst üblichen halbrunden Apsis. Alle Fenster und die Schallöffnungen des Turmes wurden vergrößert und mit Backstein eingefasst. Schiff, Chor und Turm bekamen unter dem Dach jeweils einen Backsteinfries. Die vermauerte Rundbogentür auf der Nordseite, die alte Priesterpforte, wurde 1893 restauriert.

Auch die Innenausstattung entstand bei diesem Umbau neu. Flachdecke, Hufeisenempore und Gestühl sind aus naturbelassenem Holz, nur die Decke im Chorraum ist schlicht bemalt. Im Altarraum sind Ornamentglasfenster eingesetzt. Den Altar von 1892 schuf Gustav Kuntzsch (Kunstanstalt Wernigerode); das Kruzifix ist in das Schnitzwerk auf der Mensa einbezogen. Die Kanzel stammt ebenfalls aus der Zeit des Umbaus, die Orgel aus der Werkstatt von E. Pfeiffer in Zerbst.

1905 wurde das Pfarrhaus errichtet. 1958 goss die Firma Schilling in Apolda zwei eiserne Glocken, die die Bronzeglocke ergänzen. Die letzte Instandsetzung der Kirche erfolgte 1997, dabei wurde auch der Eingangsbereich neu gestaltet. 2012 wurden ein neuer Glockenstuhl und eine elektrische Läuteanlage eingebaut, 2013 wurde das Pfarrhaus verkauft.

Zur Pfarrei gehörten die Filialen Streetz und Mühlsdorf. Mühlsdorf war bis 1709 mit Luso verbunden und wird seit 1948 von Bornum aus verwaltet. Seit 1950 betreute Mühlstedt zusätzlich Luko, während Streetz seit 1957 von Natho aus verwaltet wurde. In den 1970er Jahren wurde die Kirchengemeinde Meinsdorf aus Mühlstedt ausgegründet; 2023 wurde Meinsdorf wieder eingepfarrt.

Nach Jahrzehnten der Unspielbarkeit wurde die Orgel 2026 von Orgelbaumeister Torsten Zimmermann (Halle/Saale) saniert und mit einem Orgelmotor ausgestattet. Am 30. August 2026 wurde sie wieder in den Dienst Gottes und der Gemeinde gestellt. Besonderer Dank gilt der ehemaligen Kirchengemeinde Meinsdorf, die den größten Teil der Kosten getragen hat.

Gottesdienste und Termine in Mühlstedt

    • 11:00 UhrMühlstedtGottesdienst mit Sterbegedenken (Pfr. Rinke, E. Leontjewa)

Bilder

  • Dorfkirche in Mühlstedt, Bild 2.
  • Dorfkirche in Mühlstedt, Bild 3.
  • Dorfkirche in Mühlstedt, Bild 4.