Aufeinander achten
Geschrieben von: Jürgen Tobies 31. Januar 2010
Leserbrief von Bärbel Baumgart zum Beitrag „Aufeinander achten“ von Maricka Lorenz im letzten Kirchenboten (Dezember 2009 / Januar 2010)
Frau Lorenz schildert da Begebenheiten aus der Sicht eines jüngeren Menschen.
Ich, als älterer Mensch, würde da manches anders beurteilen.
Vielleicht war für den besorgten Mann der Kirchenraum der einzige Ort, in dem er einmal aus vollem Herzen singen konnte.
Wo, wenn nicht dort, kann man es sonst so gut tun, alleine zu Hause macht es wohl längst nicht so viel Freude.
Ich nehme an, der Herr war auch schon älter (sonst hätte er wohl die Texte kaum auswendig gekonnt).
Dann kann es für ihn auch ein Erfolgserlebnis gewesen sein, die altvertrauten Kirchenlieder noch im Gedächtnis zu haben, obwohl er vielleicht sonst schon Vieles vergisst.
In der Gemeinde kennt man doch seinen Banknachbarn wenigstens vom Sehen und mag ihn dann auch, wenn er Dinge tut, die man selber vielleicht nicht machen würde.
Ansonsten dachte ich immer, eine Kirchengemeinde ist kein Chor und jeder darf dort singen wie ihm „der Schnabel gewachsen ist“.
Egal, ob mit offenem oder zugeschlagenem Gesangbuch gesungen wird.
Zum Abendmahl gehe ich, wenn Saft gereicht wird, damit nicht eventuell ein Alkoholiker bzw. trockener Alkoholiker einmal alleine im Altarraum stehen muss.
Leider wird es von den Pfarrern kaum noch abgekündigt.





