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2011 - Jahr der Taufe

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logo-rosslauDie Evangelische Kirche in Deutschland hat zur Lutherdekade (2007-2017) das Jahr 2011 als „Jahr der Taufe“ ausgerufen. Uwe Lorenz (Roßlau / Tübingen) setzt sich mit seinem Taufspruch auseinender.

Meinen Taufspruch fand ich sehr gut gewählt, denn er hat mir in schwierigen Phasen Orientierung gegeben und auch geholfen, so manche Entscheidung im Nachhinein besser zu verstehen: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ (Matthäus 16,26).

Ich denke im Kern geht es bei diesem Jesus-Zitat um Vernunft.

Allgemein wird mit Vernunft verbunden, dass man anständig und risikoarm lebt, unauffällig ist, sich immer an die Regeln hält usw.

Aber trifft das die Bedeutung wirklich?

„Vernünftig“ kommt von „vernehmen“.

Was vernimmt man eigentlich, wenn man vernünftig ist? - Man vernimmt die innere Stimme des Gewissens.

Die leise Stimme der eigenen Seele, die einem verrät, was richtig ist.

Vernünftige Entscheidungen verlangen mitunter großen Mut.

Häufig ist dabei gerade nicht der bequemste Weg der Richtige.

Auch ist nicht jede scheinbar rationale Entscheidung auch wirklich vernünftig.

In der Geschichte ist es z.B. häufig vorgekommen, das sich Menschen aus Angst selbst verleugnen.

Das ist ja sogar Petrus passiert, als er Jesus verleugnete (Matthäus 26,69).

Jedoch hat er dafür teuer bezahlt und sich selbst danach große Vorwürfe gemacht.

Aber es gibt auch andere Beispiele von Menschen, die dieser Angst nicht nachgegeben haben, z.B. Sophie Scholl.

Sie ging den richtigen Weg und bezahlte dafür sogar mit ihrem Leben.

Der berüchtigte Richter Roland Freisler verurteilte sie und fünf andere junge Leute während des Nationalsozialismus zum Tod unterm Fallbeil.

Mutig und gefasst bis zuletzt gab Sophie ihr Leben.

Sie hätte, vor die Wahl gestellt, alles noch einmal so getan.

Der seelische Preis der Selbstverleugnung wäre für sie letztlich wohl höher gewesen.

Sozusagen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

Im Alltag geht es in der Regel nicht um Leben und Tod.

Häufig geht es nur darum, die Stimme des Gewissens zu vernehmen und zu sehen, was wirklich wichtig ist, z.B. bestimmte Menschen oder Aufgaben, und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Der (Lebens-)Weg sollte dem Menschen, der ihn geht, entsprechen.

Häufig ist es nicht leicht, diese innere Stimme zu hören, weil die Versuchung groß ist Abkürzungen zu nehmen, scheinbar bequeme Wege zu gehen und schnellen Genüssen nachzugeben.

Letztlich verliert man aber dadurch nur die wesentlichen Ziel- und Orientierungspunkte aus den Augen, man jagt Trugbildern nach, z.B. Geld oder Statussymbolen, untergräbt sein inneres Wesen und wird unglücklich, - man nimmt Schaden an seiner Seele.