Gemeindeausflug nach Halberstadt
Geschrieben von: Dr. Ruth Großmann 11. September 2009
Am 22. August begann pünktlich 8.15 Uhr vom Bahnhof Roßlau mit 39 Teilnehmern unserer Kirchengemeinden die Busfahrt nach Halberstadt. Bei einem Zwischenhalt in Dessau stiegen dort noch 8 Personen zu. Die Route führte über Aken, Calbe zur B 81 nach Halberstadt.
Unterwegs hat uns Herr Lorenz mit Erläuterungen zur Stadt sowie zum Dom und dem Domschatz auf das zu Erwartende eingestimmt. Um 11 Uhr begann dann in zwei Gruppen die Führung, die sich gliederte in die Domgeschichte und in die Besichtigung des Domschatzes. Der Dom gilt als einer der schönsten gotischen Kirchenbauten Deutschlands. Die Domkirche wurde von 1236 bis 1486 nach dem Vorbild französischer Kathedralen errichtet. In den Sommermonaten werden im Dom Gottesdienste gefeiert. Besonders erläutert wurden die zahlreichen wertvollen Glasmalereien in den Fenstern des Domes. Der Domschatz gilt als einer der kostbarsten Kirchenschätze in Europa. Zu besichtigen waren auch Meisterwerke der Textilkunst, die weltberühmt sind.
Nach der Dombesichtigung und einem Mittagessen in dem Restaurant „Casablanca“ auf dem Gelände der „Alten Zuckerfabrik“ fuhren wir über die neu erbaute Bundesstraße nach Warmsdorf bei Güsten. Dort empfingen uns der Kulturhistoriker Dr. Werner und seine Ehefrau. Sie bewohnen die ehemalige Kirche Warmsdorf, die sie zur eigenen Wohnung, zwei Ferienwohnungen und Pensionszimmern umgebaut haben.
Warmsdorf hat eine bedeutungsvolle Geschichte. Ab 1546 bis zu seinem Tod 1553 lebte Fürst Georg III., ein Sohn von Fürst Ernst von Anhalt, im Schloss Warmsdorf . Er war neben Luther und Melanchthon einer der wichtigsten Reformatoren in Anhalt.
Besichtigt werden konnte sein Studierzimmer in unmittelbarer Nähe des Schlosses. Es wurde restauriert, während die Schlossruine dem Verfall preisgegeben zu sein scheint. Ein Förderverein bemüht sich um einen Wiederaufbau, aber die Aussicht auf die Bereitstellung entsprechender Fördergelder und Sponsoren ist gering.
Nach dem Rundgang kehrten wir im Dorfgasthof ein und erfreuten uns an dem Angebot von reichlich leckerem Kuchen und Kaffee. Wer nicht so gut zu Fuß war, konnte schon früher dort einkehren, während die größere Anzahl der Teilnehmer die Schlossruine und die Umgebung mit Studierzimmer von Fürst Georg III. besichtigten. Dem Ehepaar Lorenz sei gedankt, dass bei der Organisation des Ausfluges insgesamt die altersmäßige Belastbarkeit der einzelnen Teilnehmer berücksichtigt wurde.
Nun wurde die Rückfahrt nach Roßlau fortgesetzt über Bernburg, Nienburg , Köthen, Reppichau, Dessau. Bei der Durchfahrt von Reppichau wurden uns Malereien an einigen Hauswänden und aus Stahlblech gefertigte Figuren gezeigt, die an Eike von Repgow erinnern. Er lebte von 1180 und 1190 in Reppichau (früher Repgow) und verfasste den sog. „Sachsenspiegel“. Dieser ist das bedeutendste und das älteste Rechtsbuch des deutschen Mittelalters.
Am Ende der Reise waren alle Teilnehmer der Meinung, mit diesem Gemeindeausflug einen schönen und erlebnisreichen Tag verbracht zu haben. Dafür Lob und Dank an Maricka und Mathias Lorenz, verbunden mit der Vorfreude, welches Reiseziel Familie Lorenz im nächsten Jahr ins Auge fasst.






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