Was ist eigentlich selbstverständlich?
Geschrieben von: Gunnar Schugens 15. November 2007
Was ist eigentlich selbstverständlich in unserem Leben? Unser Leben, das wissen wir nur all zu gut, das Leben nicht!
Der Tod als logische Negation des Lebens, ja! Unser Täglich Brot, auch das wissen wir, wir vergessen es nur all zu selbstverständlich, ist ebenfalls nicht selbstverständlich. Jesus hat uns in weiser Voraussicht gelehrt, darum regelmäßig „…unser täglich Brot gib uns heute …“ zu beten!
Wenn jemand etwas für uns selbstverständlich regeln will, dann nehmen wir es als selbstverständlich hin, weil vielleicht eines unserer Probleme gelöst zu sein scheint. Aber eigentlich ist auch das nicht selbstverständlich.
Wenn die Orgel zum nächsten Gottesdienst aus Gesundheitsgründen nicht besetzt ist und kundige Gemeindemitglieder das Spiel selbstverständlich übernehmen, dann ist auch das ebenso nicht selbstverständlich, sondern das Problem ist erstmal gelöst und den Akteuren gebührt selbstverständlich Anerkennung.
Bisher waren die drei „K’s“ Kaplan, Küster und Kantor in der Kirche selbstverständlich.
Seit dem Jahre 2006, in dem uns offenbart wurde, dass die Kantorenstelle in unserer Gemeinde durch die Landeskirche eingespart werden musste, sind auch die nicht mehr selbstverständlich.
Damit die Orgel und der Gesang den Gottesdienst liturgisch tragen, mussten selbstverständlich neue Wege beschritten werden.
Seit anderthalb Jahren versucht der Verein Musik an St. Marien diesen Weg zu erschließen. Dass der Weg bisher begehbar war, ist gleichfalls nicht selbstverständlich. Vielmehr drängt sich einem ein Gleichnis vom freien Fall auf, in dessen Verlauf die vergangenen Meter nicht zu beanstanden waren.
Das große Problem ist dabei... ja, richtig, selbstverständlich das Geld. Die Geldquellen aus der Gemeinde sind Mitgliederbeiträge, je mehr Mitglieder desto größer die Quelle, und Zuschüsse der Kirchengemeinden Roßlau und Meinsdorf.
Eine weitere entscheidende Position ist die, die von der Landeskirche zur Verfügung gestellt wurde. Auch dies ist für uns nicht selbstverständlich und wir sind der Landeskirche dafür sehr dankbar.
Sponsoren- und Spendengelder bilden eine weitere nicht selbstverständliche Plattform der Geldquellen. Die Reihe der Quellen vervollständigend, sind noch die Einnahmen aus Veranstaltungen zu nennen.
Als Äquivalent sind die liturgische Ausgestaltung der Gottesdienste, monatlich mit dem Chor, der auch in Meinsdorf und Streetz gesungen hat, die Passionsmusik mit Orgel und Gesang, die Musik zur Sterbestunde Jesu, das Konzert für Orgel und Orchester mit den Musikern der Anhaltischen Philharmonie und die musikalische Gestaltung kirchlicher Veranstaltungen im Jahr 2007 zu nennen.
Bleibt zu hoffen, dass die alternative Ausgestaltung kirchlichen Lebens eines Tages genau so selbstverständlich gelingen wird wie die traditionellen Angebote.






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