Lob und Kritik
Geschrieben von: Gunnar Schugens 02. Dezember 2006
Kritik ist zaghaft ausgedrückt etwas Unangenehmes.
Lob hingegen verleiht, auch ohne Genuss des bekannten beflügelnden Getränkes aus der Werbung, Flügel.
Stellen Sie Sich mal vor der Bundesverkehrsminister Tiefensee würde nicht nur ein unverständliches Winterreifengesetz mit Erweiterung des Bußgeldkataloges verabschieden, sondern vielleicht auch ein Gesetz über das Belobigen von rücksichtsvollen Verkehrsteilnehmern.
Sie sind mit dem Auto unterwegs und werden von der Polizeistreife angehalten. Sie durchleben eine Schrecksekunde, weil Sie vielleicht keine, was auch immer das heißen soll, der Witterung angepassten Reifen haben. Aber statt des zu erwartenden Bußgeldes oder einer Belehrung über das vermeintliche ordnungswidrige Verhalten, bekommen Sie feierlich einen Straßenverkehrs – Orden von den überaus freundlichen Polizistinnen oder Polizisten überreicht.
Die Sieger auf der Überholspur sind Ihnen nunmehr gänzlich schnuppe, weil Sie sich keineswegs als Verlierer, Blödmann oder Versager fühlen. Ganz im Gegenteil, Sie sind ein Held. Die Rücksichtslosen können Sie überholen, sich reindrängeln oder ausbremsen. Dank dieser moralischen Anerkennung beherrschen Sie das Verkehrsgeschehen mit Ihrer freundlichen gelösten Art völlig souverän.
Und nun passiert etwas ganz Unerwartetes. Ihr Verhalten steckt die anderen an. Plötzlich gibt es überwiegend nur rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer. Auch die bekommen einen Orden von den Verkehrswächtern und zwar in völliger Übereinstimmung mit den politisch Verantwortlichen. Und nun was noch Verrückteres. Das alles macht Schule. Man beherzigt plötzlich die alles beherrschende Erkenntnis „Loben ist besser als Kritik“. Dieser Gedankenstrukturprozess durchläuft alle Schichten der Gesellschaft. Ob Politik oder Unternehmen, ob Behörden, Justiz, Banken, Institutionen usw. Unglaublich, aber sogar auf der Ebene der Landeskirche ist es möglich, einen derartigen Wandel zu erleben. Wir hätten daraus folgend keine Probleme mehr mit dem Erhalt unserer Kantorenstelle. Man könnte meinen, wir erleben vorparadiesische Verhältnisse.
Sie haben Zweifel, und meinen das würde so nicht klappen? Also alles wie bisher? Kein Hauch aus dem Paradies? Vorwiegend Kritik und kein Lob? Weiterhin die Aktivitäten bezüglich des Erhaltes der Kantorenstelle?
Das bedeutet für mich persönlich, ich muss mit der Kritik leben, die ich unlängst von einem einflussreichen Gemeinde-, und Chormitglied erfahren habe! Es ging ihm dabei um die Höhe des Mitgliedbeitrags für den Verein „Musik an St. Marien“, der offenbar nicht hinreichend genug bekannt gemacht wurde.
Am 13. September 2006 wurde die Beitragsordnung für den Verein durch die Mitglieder beschlossen und hiermit beuge ich mich der genannten Kritik und gebe den Inhalt der beschlossenen Beitragsordnung bekannt.
Beitragshöhe:
Natürliche Person 25,00 EUR
Juristische Person 100,00 EUR
Der Mitgliedsbeitrag ist ein Jahresbeitrag und ist bis zum 31. März des Jahres zu entrichten. Für dieses „Rumpfgeschäftsjahr“ 2006 gilt: Bis zum 15. Dezember möchte bitte der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 2006 in Höhe von 12,50 EUR entrichtet werden. So ist das, wenn man mit Kritik umgehen muss.
Aber ganz und gar möchte ich dennoch nicht ohne Lob enden wollen. Die Bilanz des Geschäftsjahres 2006 ist per 08. November sehr zufrieden stellend. Es zeichnet sich ein Gesamtwert ab, der nahezu das Doppelte dessen ausmacht, als wir ursprünglich geplant haben.
Dafür möchte ich den Mitgliedern und Spendern Dank und natürlich auch Lob aussprechen. Darüber hinaus sollte lobend erwähnt werden, dass der Prozess der Vereinsgründung insbesondere der Registrierung im Vereinsregister des Amtsgerichtes Zerbst nahezu reibungslos ablief.
Der Vorstand ist nunmehr dabei, die steuerrechtliche Hürde beim Finanzamt zu nehmen, um die Voraussetzung zu schaffen, dass die gezahlten Beiträge und Spenden der Mitglieder und Freunde der Musik steuerlich begünstigt werden können. Ich glaube zum Ausdruck bringen zu dürfen, dass sich unser aller Einsatz bisher gelohnt hat.
Ich wünsche uns allen eine Zeit froher Festtage im Hinblick auf die Geburt Jesu Christi, ein glücklichen Jahresausklang und viel Kraft, um das was im neuen Jahr auf uns zu kommt bewältigen zu können.
Darüber hinaus darf ich auf das gemeinsame Singen von Chören aus Roßlau am 3. Advent um 17.00 Uhr verweisen.






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